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Ihre Fragen, unsere Antworten

Die Medizinkonzeption beschreibt den zentralen Anspruch, Spitzenmedizin für alle Menschen im Rems-Murr-Kreis zu garantieren. Im Mittelpunkt stehen also der Bürger und seine Bedürfnisse. Entsprechend haben wir bereits in der Konzeption die Perspektive gewechselt, aus Sicht der Bevölkerung gedacht und wichtige Anregungen des Patienten- und Beschwerdemanagements einfließen lassen. Einige der von uns antizipierten Fragen, Wünsche und Erläuterungen finden Sie hier. Ist Ihre Frage nicht dabei? – Dann zögern Sie nicht, hier mit uns in Kontakt zu treten. Ihre Fragen helfen uns, noch näher an die Menschen zu rücken, für die wir arbeiten. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen.

I. Themenkomplex Medizinkonzeption allgemein

Was beutet „Gemeinsam für unsere gesunde Zukunft“?

Unter alledem, was uns täglich umgibt, was uns lieb und teuer ist, wonach wir streben, bleibt die Gesundheit unser höchstes Gut. Körperliches Wohlbefinden zu fördern und zu erhalten, ist daher der größte Dienst, den man einem Menschen erweisen kann. Gemeinsam mit den Vertretern des Landkreises kommen die Rems-Murr-Kliniken dieser Verantwortung nicht nur nach, sondern verbessern kontinuierlich die gesundheitliche Versorgung und prägen damit die Lebensqualität im Rems-Murr-Kreis. Mit diesem Selbstverständnis arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rems-Murr-Kliniken jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. 
Dieses Selbstverständnis ist vielen Einflüssen ausgesetzt. In der Vergangenheit hätten sie beinahe das eigentliche Wesen der Rems-Murr-Kliniken überschattet. Aus dieser Vergangenheit haben wir gelernt und die Energie für eine neue Art des Miteinanders genutzt. Gemeinsam haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, einen Plan für die Zukunft zu entwickeln, der erreichbare und vertrauensvolle Spitzenmedizin mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit verbindet und so ein stabiles Fundament für die Gesundheit im Rems-Murr-Kreis bildet. Diesen Plan nennen wir Medizinkonzeption. Sie verbrieft eine starke Haltung, mit der wir zuversichtlich nach vorne blicken: „Gemeinsam für unsere gesunde Zukunft.“

Was ist eine Medizinkonzeption?

Eine Medizinkonzeption ist ein unternehmerischer Fahrplan für ein Krankenhaus, welcher die Entwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahre vorausplant. Die Medizinkonzeption der Rems-Murr-Kliniken beschreibt im Detail, wo die medizinischen Entwicklungspotenziale der einzelnen Fachbereiche der Rems-Murr-Kliniken liegen, damit die Menschen im Rems-Murr-Kreis bestmöglich medizinisch versorgt werden können und der Betrieb der Kliniken wirtschaftlich ist. Neben medizinischen Überlegungen werden weitergehende Aspekte in die Konzeption einbezogen. Dazu gehören zum Beispiel eine genaue Untersuchung der Patientenströme, eine Analyse der genauen Situation der Kliniken im regionalen Markt, die Auslastung der einzelnen Häuser in Schorndorf und Winnenden sowie das mögliche Leistungswachstum. 
Eng verknüpft mit dem Leistungswachstum ist ebenso die Betrachtung der baulichen Voraussetzungen für die medizinische Weiterentwicklung. Abschließend werden drei verschiedene Szenarien einer wirtschaftlichen Simulation unterzogen. Mit der Medizinkonzeption, der Untersuchung der baulichen Voraussetzungen sowie der ökonomischen Simulation haben die Mitglieder des Kreistages eine solide Entscheidungsgrundlage, um für die Menschen im Kreis die bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen, die gleichzeitig wirtschaftlich tragbar ist.

Was steht in der Medizinkonzeption?

Die Medizinkonzeption beschreibt die Ausgangslage, wie die Medizinkonzeption entwickelt wurde und welche Ergebnisse abgeleitet wurden. Anschließend werden die baulichen Umsetzungen sowie die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen betrachtet.

Ausgangslage

Die Ausgangslage beschreibt die aktuelle Situation, in der sich die Rems-Murr-Kliniken befinden, und die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Darüber hinaus wird der gesundheitspolitische Kontext dargestellt, der sowohl die Krankenhausplanung des Landes Baden-Württemberg berücksichtigt, als auch die Gesundheitspolitik des Bundes einbezieht.

Entwicklung der Medizinkonzeption

Um einen möglichst breiten Konsens zu erreichen, wurden in einem klar definiertem, mehrstufigem Prozess Gespräche und Workshops von der Geschäftsführung, der Klinikleitung, der Chefärzte, der Pflegedienstleitung und dem Gesellschafter (vertreten durch den Landrat als Aufsichtsratsvorsitzenden) und dem Betriebsrat durchgeführt. Auf diese Weise wurden die Inhalte der Weiterentwicklung der Kliniken eingefordert, definiert und verbindlich festgeschrieben. Im Ergebnis wurde ein breiter Konsens unter allen Beteiligten erreicht. Weitere Betroffene, wie Krankenkassen, das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg sowie die niedergelassenen Ärzte, wurden ebenfalls in die Beratungen eingebunden.

Die Ergebnisse der Medizinkonzeption

Hier wird für jede Fachklinik (medizinische Abteilung der Standorte) festgehalten, wie diese sich in ihrem jeweiligen Fachbereich weiterentwickeln soll und wie eine sinnvolle standortübergreifende Kooperation zwischen Winnenden und Schorndorf zum beiderseitigen Nutzen möglich wird. Als Beispiel sei hier die Fachrichtung Unfallchirurgie und Orthopädie genannt, die als Fachklinik sowohl in Schorndorf (Chefarzt Dr. med. Jürgen Nothwang) als auch in Winnenden (Chefärzte Dr. med. Christoph Riepl und Dr. med. Joachim Singer) eingerichtet ist. Beide Standorte bieten in Teilen gleiche Behandlungen an, unterscheiden sich aber auch in wesentlichen Aspekten: In Winnenden ist die Fachklinik mit der chefärztlichen Doppelspitze auf Traumatologie und Endoprothetik spezialisiert, während in Schorndorf die operative Wirbelsäulentherapie herausragend ist. In Zukunft soll die Spezialisierung in Schorndorf zum „Wirbelsäulenzentrum / Rückeninstitut Rems-Murr-Kreis“ ausgebaut werden. Von der Kompetenz in Schorndorf profitiert im Rahmen der standortübergreifenden Zusammenarbeit auch der Standort Winnenden: Bei entsprechender Diagnose wird nach Schorndorf überwiesen. Umgekehrt profitiert der Standort Schorndorf von der standortübergreifenden Traumatologie, die in Winnenden angesiedelt ist. Darüber hinaus wird in Winnenden eine standortübergreifende Sprechstunde für Knieendoprothetik angeboten. Auf diese Weise profitieren beide Standorte der Rems-Murr-Kliniken voneinander und können so die beste Behandlung für die Patienten anbieten.

Die bauliche Umsetzung der Medizinkonzeption

In der Betrachtung der baulichen Umsetzung der medizinischen Weiterentwicklung geht es vor allem darum, die baulichen Implikationen, also mögliche Räumlichkeiten für Bettenzimmer, medizinisches Gerät, Behandlungsräume und Labore mit den im medizinischen Teil entworfenen Zukunftsperspektiven abzugleichen. Insbesondere beim angestrebten Wachstum stellt sich die Frage, wie die Kapazitäten der einzelnen Fachkliniken ausgebaut werden können. 

Betriebswirtschaftliche Konsequenzen der Medizinkonzeption

Hier werden schließlich die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der medizinischen Weiterentwicklung sowie der damit zusammenhängenden baulichen Implikationen über einen Zeithorizont von 2017 bis 2029 beleuchtet. In die Berechnung sind unter anderem die medizinischen Leistungen, die Personalkosten sowie die Kosten für die jeweiligen Baumaßnahmen eingeflossen und in Form einer Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt worden. Zusätzlich werden realistische Annahmen gemacht, wie sich die Abrechnungsmodalitäten für Krankenhäuser in den nächsten Jahren entwickeln werden und wie sich Steigerungen in den Tarifverträgen und den Sachkosten auswirken werden. Dabei ist zu betonen, dass die ökonomische Simulation einen Näherungswert ergibt, der aber eine seriöse Einschätzung der Risiken zulässt. Diese betriebswirtschaftliche Bewertung wurde dezidiert vorgenommen und deren Methodik, Annahmen und ermittelten Ergebnisse von einem externen Wirtschaftsprüfungsunternehmen überprüft. Zusammenfassend kommen die bauliche Analyse und die ökonomische Simulation zu dem Ergebnis, dass eine Fortführung der beiden Standorte Schorndorf und Winnenden die betriebswirtschaftlichste Lösung darstellt.

Welche Szenarien wurden untersucht und was sind die Ergebnisse?

Es wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von drei Szenarien untersucht:

 

  1. Fortführung des Betriebs der Rems-Murr-Kliniken in Schorndorf und in Winnenden mit der Sanierung in Schorndorf im Bestand.
  2. Fortführung des Betriebs der Rems-Murr-Kliniken in Schorndorf und in Winnenden mit einem Neubau in Schorndorf.
  3. Fortführung des Betriebs der Rems-Murr-Kliniken ab einem definierten Zeitpunkt nur in Winnenden mit Schließung des Standortes in Schorndorf.

Zusätzlich wird ein „Szenario 0“ untersucht, welches den Zeitraum von jetzt bis zum Inkrafttreten eines der drei oben beschriebenen Szenarien beschreibt.
Mit Szenario 1 sind für 2024 mit insgesamt 5,5 Mio. Euro die geringsten Zuwendungen für den Gesellschafter (Jahresergebnisses aus Sicht des Kreises inkl. Sonderzuwendungen des Gesellschafters) notwendig. Mit 69 Mio. Euro hat das Szenario 1 ebenfalls die niedrigsten Investitionskosten.

Für Szenario 2 belaufen sich die notwendigen Kreditaufnahmen auf 230 Mio. Euro, hauptsächlich durch die hohen Kosten für den Neubau der Klinik in Schorndorf.

Für Szenario 3 ist mit 78 Mio. Euro Investitionskosten zu rechnen. Die Gewinnerwartung in Szenario 3 ist zudem wesentlich schlechter.

Die Schulden nehmen durch die jeweils notwendigen Kreditaufnahmen zu. Szenario 1 entwickelt sich dabei leicht besser als Szenario 3. Der Neubau in Schorndorf in Szenario 2 hätte eine deutliche höhere Verschuldung zur Folge.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Szenario 1 im Rahmen der betriebswirtschaftlichen Bewertung die wirtschaftlichste Lösung darstellt.

Wofür braucht man eine Medizinkonzeption?

Die Medizinkonzeption beantwortet im Wesentlichen die Frage: Wie können wir die medizinischen Leistungen weiterentwickeln und gleichzeitig einen wirtschaftlich nachhaltigen Betrieb gewährleisten? Für den Neubau des Klinikums Winnenden hat der Rems-Murr-Kreis 229 Mio. Euro investiert. Diese Investitionen sollen sich langfristig in einer immer besseren Gesundheitsversorgung niederschlagen. Bereits jetzt hat sich mit der Etablierung neuer medizinischer Schwerpunkte und Fachrichtungen die medizinische Qualität der Rems-Murr-Kliniken beträchtlich erhöht. Die Medizinkonzeption zeigt auf, wie dieser erfolgreiche Weg weitergegangen werden kann.

Gibt es Garantien, dass diese Medizinkonzeption zum Erfolg führt?

Mit dieser Medizinkonzeption haben wir aus zwei wesentlichen Gründen eine solide Zukunftsplanung: Erstens hat die jetzige Medizinkonzeption eine Planungstiefe und zeitliche Vorausschau, die es so für die Kliniken nie gegeben hat. Wir zeigen genau auf, welche medizinischen Gebiete wir wie entwickeln wollen und welche wirtschaftlichen und baulichen Konsequenzen dies hätte. Zweitens können die Gremien nach der Grundsatzentscheidung jede neue Investition in einzelnen Schritten beschließen (Investitionstranchen). Das bedeutet: Erst, wenn sich der wirtschaftliche Erfolg einstellt, wird die nächste Investition freigegeben.

II. Themenkomplex Standorte

Warum brauchen wir zwei Standorte im Rems-Murr-Kreis?

Der Rems-Murr-Kreis befindet sich mit 200 Akutbetten pro 100.000 Einwohnern auf Platz 40 von 44 Landkreisen und kreisfreien Städten in Baden-Württemberg, wobei der Durchschnitt bei 475 Betten liegt. Der Kreis hat also mit der Schließung der Standorte Waiblingen und Backnang seine Hausaufgaben bereits erfüllt. Um weiterhin eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen, sind sowohl Winnenden als auch Schorndorf notwendig. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Schließung eines weiteren Standortes unverhältnismäßig hohe Kosten für den Kreis verursachen würde, ohne die medizinische Versorgung zu verbessern.  Darüber hinaus richtet sich die Existenzberechtigung der Rems-Murr-Kliniken nach der sogenannten Bedarfsgerechtigkeit. Wesentlich für die Bedarfsermittlung ist der tatsächlich zu erwartende Bedarf. Attraktive Kliniken, wie die Rems-Murr-Kliniken gGmbH, die voll ausgelastet sind, müssen der Nachfrage der Patienten auch nachkommen. Demonstriert wird dies durch die Inanspruchnahme der Rems-Murr-Kliniken alleine im Januar 2017: An beiden Standorten haben wir 24 Prozent mehr Fälle gegenüber dem Vorjahreszeitraum behandelt und haben eine Auslastung jenseits der vorgegebenen Auslastungsquoten des Landes Baden-Württemberg. Diese hohe Auslastung im Januar 2017 ist aufgrund der hohen Nachfrage in unserem Landkreis kein Einzelfall, sondern die Regel.

Wie soll Schorndorf zukunftsfähig gemacht werden?

Um die bestmögliche Gesundheitsversorgung nachhaltig zu gewährleisten, ist eine wohnortnahe Versorgung mit exzellenten medizinischen Dienstleistungen notwendig. Den Rems-Murr-Kliniken kommt dabei die Aufgabe der akutstationären medizinischen Versorgung der Menschen im Rems-Murr-Kreis zu. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Die exzellente Medizin beider Standorte trägt damit zu einer höheren Lebensqualität der Menschen bei. Diese exzellente Medizin wollen wir auch am Standort Schorndorf erhalten und ausbauen. Deswegen wird in den nächsten Jahren dort kontinuierlich weiter investiert, so dass die Klinik in zehn bis zwölf Jahren nahezu vollständig saniert sein wird.

Winnenden wurde gerade erst gebaut. Wieso muss auch dort in den nächsten Jahren investiert werden?

Mit Winnenden haben die Menschen im Rems-Murr-Kreis ein hochmodernes Klinikum, welches auf dem neuesten Stand der medizinischen Technik ist. Um für die steigende Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger gerüstet zu sein und ihnen eine optimale medizinische Versorgung zu bieten, werden hier in den nächsten Jahren zusätzliche Bettenkapazitäten aufgebaut werden müssen. Dazu kommen Investitionen für die Optimierung von einzelnen Bereichen, wie jetzt zum Beispiel mit dem Umbau der Notaufnahme bereits geschehen. 

III. Themenkomplex Finanzen

Wie viel Geld muss der Kreis investieren, um Schorndorf und Winnenden zukunftsfähig zu machen?

In Schorndorf und Winnenden müssen bis 2026 ca. 70 Millionen Euro investiert werden, sollte der Kreistag Szenario 1 beschließen. 

Wann werden die Rems-Murr-Kliniken Geld einbringen?

Aussagefähig für die Leistungsfähigkeit der Rems-Murr-Kliniken ist das operative Ergebnis. Es sagt aus, ob der Betrieb wirtschaftlich nachhaltig arbeitet. Dieses Ergebnis wird in EBITDA ausgedrückt. EBITDA bedeutet „earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“. Das bedeutet „Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände“. Es ist somit eine Beschreibung der operativen Leistungsfähigkeit vor Investitionsaufwand (operativer Gewinn). Die Rems-Murr-Kliniken werden nach der jetzigen Empfehlung der Geschäftsführung voraussichtlich 2019 erstmals ein positives operatives Ergebnis erzielen (EBITDA). Rechnet man die hohe Schuldenlast der Kliniken mit ein, bekommt man das Jahresergebnis. Dieses wird voraussichtlich 2024 ein Minus von 5 Mio. Euro erreichen, da die Investitionen für den Neubau weiterhin abbezahlt werden müssen und so aus dem positiven operativen Ergebnis ein negatives Gesamtergebnis wird.

Wieviel Geld muss der Kreis in den nächsten Jahren zuschießen?

Selbst wenn das operative Ergebnis der Rems-Murr-Kliniken 2019 wie geplant positiv wird, könnte die Schuldenlast nicht aus daraus beglichen werden können. Deswegen unterstützt der Kreis die Klinken mit einem jährlichen Zuschuss. Im Haushaltsplan sind für die Rems-Murr-Kliniken 2017 22 Mio. Euro Zuschuss eingeplant. Sollte sich die positive Leistungsentwicklung in diesem Jahr fortsetzen, so wird voraussichtlich weniger Zuschuss notwendig sein. In 2023 wird erstmals die Linie von -10 Mio. Euro durchbrochen. 2024 wird ein Jahresergebnis von ca. -5 Mio. Euro prognostiziert. 

IV. Themenkomplex Methodik

Wie wurden die baulichen Implikationen ermittelt?

Ausgehend von den medizinischen Weiterentwicklungen der Fachkliniken wurde ein entsprechender räumlicher Bedarf formuliert. Mit Hilfe verschiedener Planungsbüros wurde dann ermittelt, wie dieser räumliche Bedarf im Klinikum Winnenden und in der Klinik Schorndorf umgesetzt werden kann. 

Was ist eine Ökonomische Simulation? Wie funktioniert diese?

Eine ökonomische Simulation prognostiziert unter Berücksichtig zentraler Kennziffern die Entwicklung eines bestimmten betriebswirtschaftlichen Szenarios. In die Berechnung sind unter anderem die medizinischen Leistungen, die Personalkosten sowie die Kosten für die jeweiligen Baumaßnahmen eingeflossen und in Form einer Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt worden. Zusätzlich werden realistische Annahmen gemacht, wie sich die Abrechnungsmodalitäten für Krankenhäuser in den nächsten Jahren entwickeln werden und wie sich Steigerungen in den Tarifverträgen und den Sachkosten auswirken werden. Dabei ist zu betonen, dass die ökonomische Simulation einen Näherungswert ergibt, der aber eine seriöse Einschätzung der Risiken zulässt. Diese betriebswirtschaftliche Bewertung wurde dezidiert vorgenommen und deren Methodik, Annahmen und ermittelten Ergebnisse von einem externen Wirtschaftsprüfungsunternehmen überprüft. Zusammenfassend kommt die ökonomische Simulation zu dem Ergebnis, dass eine Fortführung der beiden Standorte Schorndorf und Winnenden die wirtschaftlich nachhaltigste Lösung darstellt.

 

Ist es überhaupt seriös, so weit in die Zukunft zu planen?

Eine Planung der Zukunft ist immer mit Unsicherheiten verbunden. Die Planungsmethode der Medizinkonzeption berücksichtigt deswegen so viele Faktoren wie möglich, um zu einer seriösen Aussage über die zukünftige Entwicklung der Rems-Murr-Kliniken zu kommen. Sie hat deswegen nicht nur einen aufwendigen internen, zwölfmonatigen Prozess durchgeführt, um alle Beteiligten innerhalb der Klinik einzubinden, sondern auch alle betroffenen externen Gruppen wie die niedergelassenen Ärzte, die Krankenkassen und das Sozialministerium eingebunden. Darüber hinaus wurde die Medizinkonzeption in die Landeskrankenhausplanung eingebettet und von externem Sachverstand flankiert und geprüft. Diese ausführliche Planung hat es so in der Vergangenheit nicht gegeben und das hat unter anderem zu der schwierigen Situation geführt, in der sich die Kliniken momentan befinden.

V. Themenkomplex Medizin

Wie wurden die medizinischen Bedarfe der Zukunft ermittelt?

Dabei wurden die Bedürfnisse der Bevölkerung mit dem medizinischen Angebot der Rems-Murr-Kliniken abgeglichen. Anhand von Marktdaten kann dabei ermittelt werden, dass es für bestimmte Krankheitsbilder einen bestimmten Bedarf im Rems-Murr-Kreis gibt. Die Chefärzte der Fachkliniken haben daraufhin gemeinsam mit der medizinischen Expertise des fachärztlichen Teams herausgearbeitet, welche Bereiche sie zukünftig stärken und ausbauen werden. Für die Menschen im Rems-Murr-Kreis bedeutet dies: In Zukunft erwartet sie eine noch bessere Behandlung mit zusätzlichen Spezialisierungen des medizinischen Fachpersonals. 

Was ändert sich in Schorndorf?

- Die Medizinkonzeption macht dazu konkrete Vorschläge. Diese werden nach dem Beschluss des Kreistages benannt werden können.

Was ändert sich in Winnenden?

- Die Medizinkonzeption macht dazu konkrete Vorschläge. Diese werden nach dem Beschluss des Kreistages benannt werden können.

Werden bestimmte Operationen und Behandlungen in Zukunft nicht mehr durchgeführt?

Kann erst nach Beschluss des Kreistages beantwortet werden.

Werden bestimmte Operationen und Behandlungen in Zukunft zusätzlich angeboten?

Das Leistungsspektrum der Rems-Murr-Kliniken wird auf jeden Fall ausgebaut. Sobald der Kreistag seine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen hat, wird feststehen, zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Fachkliniken ihr Leistungsspektrum erweitern. 

Würde nur ein Standort in Winnenden nicht Doppelstrukturen vermeiden?

Für die wohnortnahe Versorgung des Rems-Murr-Kreises mit den notwendigen und hochwertigen medizinischen Leistungen brauchen wir sowohl die Angebote in Winnenden als auch in Schorndorf. Wir wollen der Nachfrage der Patienten nachkommen, dafür ist zum Beispiel sowohl in Schorndorf als auch in Winnenden eine Viszeralchirurgie notwendig. „Doppelt“ heißt hier nicht „einer zu viel“, sondern ein auf die Bedürfnisse der Menschen im Rems-Murr-Kreis abgestimmtes Angebot.

VI. Themenkomplex Patientenmanagement/Ihr Feedback an uns

Speiseversorgung: Wie wird die Qualität garantiert bzw. kann ich mich auf diese verlassen? Woher stammen die Speisen? Wird selbst gekocht? Gibt es Pläne zu einer Neugestaltung?

Die Speisenversorgung für rund 46.650 (2016) stationäre Patienten sicher zu stellen, ist eine Herausforderung. Unser Anspruch dabei ist es jedoch, uns kontinuierlich zu verbessern. Unsere Abteilung Patientenmanagement nimmt – ggf. gemeinsam mit dem Beschwerdemanagement – dabei jede Rückmeldung unserer Patienten auf und hat vor diesem Hintergrund Qualitätszirkel einberufen, die eine kontinuierliche Verbesserung sicherstellen sollen. Dabei haben sich die Beschwerden überwiegend auf Qualität und Herkunft konzentriert. Bei der Qualität wiederum standen die Übereinstimmung von Bestellung und Lieferung im Vordergrund: Die angebotenen Portionsgrößen sind nach den durchschnittlichen Verzehrsempfehlungen berechnet. Zudem bekommen wir in Winnenden die verschiedenen Speisekomponenten portionsfertig gefroren geliefert. Eine Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Portionsgröße wäre für die Klinik deutlich aufwändiger und damit auch kostspieliger. Ein zweiter Punkt bei der Qualität war die Temperatur der Speisen. Hier unterliegen wir im Klinikbereich bezüglich der Speisenversorgung sehr strengen Vorgaben durch den Verbraucherschutz. Dort ist festgelegt, dass die Speisen (inklusive der Teller) bis zum Verzehr auf eine Temperatur von weniger als 7 Grad gekühlt sein müssen. Dadurch wird dem Befall durch Keime vorgebeugt. Diese Vorgabe wird sehr streng gehandhabt und regelmäßig kontrolliert. Gerade in der Winterzeit haben unsere Patienten das häufig als unangenehm empfunden.

Zum Thema Zulieferer bzw. Herkunft ist zu sagen, dass wir in Winnenden unsere Patientenspeisen von apetito (www.apetito.de) beziehen und in Schorndorf aktuell in einer eigenen Küche gekocht wird.

Neuausrichtung Speiseversorgung

In den vergangenen Monaten sind in unserem Patientenmanagement einige Fragen und Kommentare zur derzeitigen Speisenversorgung eingegangen. Auch seitens der Politik besteht der Wunsch hierauf einzugehen. Nicht zuletzt wir selbst sehen die Notwendigkeit, die Speisenversorgung zu verändern und kommen damit dem Wunsch der Öffentlichkeit und der Politik nach, ein nachhaltiges Konzept zu entwickeln. Deshalb wurden bereits sämtliche Optionen geprüft und mögliche Kooperationsmöglichkeiten mit regionalen Anbietern ausgelotet. Vor dem Hintergrund unserer Recherchen und der baulichen Restriktionen sowie der Wirtschaftlichkeit wird im Mai 2017 eine entsprechende standortübergreifende Konzeption im Aufsichtsrat der Kliniken vorgestellt. 

Notaufnahme Winnenden: Warum kommt es manchmal zu längeren Wartezeiten?

Unsere Wartezeiten begründen sich durch die Erfordernisse einer Notaufnahme in einer Akutklinik. Die eintreffenden Patienten müssen nach Dringlichkeit behandelt werden. Dazu ist es notwendig, eine medizinisch begründete Reihenfolge festzulegen. Um dies sicher zu stellen, werden alle Patienten in einem Erstkontakt, in einem sogenannten "Manchester-Triage-System", von speziell geschulten Mitarbeitern nach Schwere der Erkrankung eingeteilt und es wird ein erkrankungsbezogenes, maximales Zeitfenster bis zum Arztkontakt festgelegt. Das kann dazu führen, dass dringlichere Patienten vor Ihnen aufgerufen werden, obwohl sie nach Ihnen eingetroffen sind.
Das Manchester-Triage-System ist ein standardisiertes und wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, das in zahlreichen Krankenhäusern im In- und Ausland etabliert ist.
Seit Februar 2017 ist auch in Winnenden die Notfallpraxis im Klinikum direkt neben der Notfallambulanz angesiedelt. Durch die räumliche Nähe kann die Versorgung der Patienten besser koordiniert werden, da bereits bei der Anmeldung abgeklärt werden kann ob der Patient die Struktur des Krankenhauses benötigt oder von den niedergelassenen Ärzten in der Notfallpraxis behandelt werden kann. Durch die gemeinsame Koordination und korrekte Zuteilung der Notfallpatienten erwarten wir eine deutliche Verbesserung der Notfallversorgung und eine Reduzierung der Wartezeiten für alle Patienten.

Auch in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf wurden Strukturen verbessert und Abläufe optimiert, die für unsere Patientinnen und Patienten eine optimale Versorgung sicherstellen und gleichzeitig die Wartezeiten deutlich verkürzen: So ist die interdisziplinäre Notaufnahme seit dem 1. Januar 2017 unter ärztlicher Leitung. Hier werden mehr als 25.915 ambulante Notfälle pro Jahr behandelt. (Winnenden: 73.000 ambulante Notfälle) Die Leitung sorgt nicht nur für effiziente Abläufe und Strukturen in der Notaufnahme, sondern stellt zudem die optimale Zusammenarbeit der dort vertretenen Experten der Fachkliniken des Hauses sicher: Auch hier lautet unsere Maxime: Sie menschlich und kompetent akutmedizinisch zu versorgen und hierzu die Expertise jeder einzelnen Abteilung zu jeder Tages- und Nachtzeit in der interdisziplinären Notaufnahme zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus wird hier die enge Verzahnung mit der hausärztlichen Notfallpraxis koordiniert, die seit Anfang Dezember 2016 in die Räumlichkeiten der Notaufnahme integriert ist und die Notaufnahme durch die ambulante Notfalldienstversorgung von leichteren Erkrankungen entlastet.

Parken in Winnenden: Warum kann ich nicht direkt am Krankenhaus in Winnenden parken?

Das Parken direkt am Krankenhaus müssen wir aus Sicherheitsgründen reglementieren. Da die Rettungswege für die Feuerwehr unbedingt freigehalten werden müssen, sind diese Bereiche ausschließlich für Kurzparker vorgesehen. Wir weisen deshalb an der Einfahrtschranke mit zwei Schildern auf die hohen Gebühren hin. 

Warum sind die Parkplätze direkt am Haupteingang des Klinikums zunächst für 30 Minuten kostenfrei und dann so teuer?

Um das Ein- und Aussteigen für Notfallpatienten oder Patienten mit einer Beeinträchtigung der Gehfähigkeit zu ermöglichen, ist das Parken direkt vor dem Haupteingang aber in den ersten 30 Minuten kostenfrei. In diesem Zeitraum kann das Fahrzeug nach dem Aussteigen der Betroffenen auf die kostengünstigeren hinteren Parkplätze umgeparkt werden. Leider können wir Ihnen grundsätzlich aber kein vergünstigtes Parken auf unserem Gelände anbieten.

Wo finde ich kostenfreie Parkplätze, von denen ich das Klinikum fußläufig erreichen kann?

Kostenfreie Parkplätze finden Sie am Wunnebad und am danebenliegenden Wanderparkplatz. Alternativ können Sie uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Gibt es vergünstigte Parkgebühren, wenn ich einen Angehörigen über mehrere Wochen besuchen möchte?

Für Angehörige von schwerkranken Patienten mit einem Aufenthalt über Wochen, gibt es die Möglichkeit am Kassenautomat ein vergünstigtes Wochenticket zu lösen.

Parken in Schorndorf: Kann die Rems-Murr-Klinik in Schorndorf die Parkgebühren bestimmen? Gibt es einen Ansprechpartner in punkto Parkgebühren?

Die Parkplätze an der Klinik in Schorndorf sind Eigentum der Kreisbaugesellschaft, sodass wir keinen Einfluss auf die Höhe der Parkgebühren haben. Sollten Sie diesbezüglich ein Anliegen haben, bitten wir Sie, sich direkt mit der Kreisbaugesellschaft in Verbindung zu setzen:

Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbhH
Herr Rolf Philipp
Mayenner Straße 55
71332 Waiblingen
philipp@kreisbaugruppe.de

Parken für Schwerbehinderte: Parken Schwerbehinderte auf den Parkplätzen der Kliniken kostenfrei und wenn ja, wo bekomme ich ein entsprechendes Parkticket? Gilt diese Regelung gilt auch für das Parken vor dem Haupteingang?

Schwerbehinderte mit Ausweis und Merkzeichen „aG“ oder „Bl“ parken bei uns am Standort Winnenden generell kostenfrei. Bei Vorlage des entsprechenden Ausweises erhalten Sie an der Information ein kostenfreies Ausfahrticket. Diese Regelung gilt auch für das Parken vor dem Haupteingang. Personen mit leichter Gehbehinderung sind in dieser Regelung, wie auch an anderen öffentlichen Plätzen, nicht inbegriffen. Da die Parkplätze am Standort Schorndorf nicht den Kliniken gehören, können wir diesen Service dort leider nicht anbieten.

Kommunikation/Freundlichkeit: Gibt es Schulungen für die Ärzte und Pflegekräfte zum Umgang mit Patienten? Wie ist der Anspruch?

Unser Anspruch ist es, Sie jederzeit und in jeder Situation freundlich, einfühlend und der Situation angemessen zu behandeln. Wir bitten um Verständnis, wenn es beispielsweise aufgrund von außergewöhnlich starker Belegung einer Station, krankheitsbedingter Ausfälle des Personals, einer akuten Influenza-Welle oder zahlenmäßig überdurchschnittlich vieler eintreffender Notfälle auch mal zu angespannten Situationen kommen kann. Dabei sind unsere Mitarbeiter grundsätzlich angehalten, ihr Verhalten kontinuierlich zu reflektieren. Im Gegenzug unterstützen wir unsere Mitarbeiter durch regelmäßige innerbetriebliche Fortbildungen zu einem professionellen und empathischen Umgang mit Ihnen und Ihren Angehörigen. Auch in den regelmäßig stattfindenden Teambesprechungen wird der Patientenumgang ständig thematisiert und reflektiert.

Personelle Aufstellung im Bereich Pflege: Wie wirken die Kliniken dem Pflegenotstand entgegen? Wie sind die Kliniken im Bereich Pflege im deutschlandweiten Vergleich aufgestellt?

Die pflegerische Situation ist deutschlandweit angespannt. Neben dem sehr knappen Stellenschlüssel, der von der Gesundheitspolitik vorgegeben wird, gibt es auch immer weniger Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt.
Mit unseren Personalzahlen liegen wir im deutschlandweiten Vergleich in manchen Bereichen oberhalb des Durchschnittes. Darüber hinaus haben wir Servicekräfte, Stationssekretärinnen, Transportdienste und Auszubildende eingesetzt, um unsere Mitarbeiter der Pflege weiter zu entlasten.

Um Engpässen gegenzusteuern und zusätzlich qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, haben wir auch eine Vielzahl an Maßnahmen in Sachen Mitarbeitermarketing initiiert: Neben der üblichen Suche auf dem Stellenmarkt stehen wir beispielsweise im Austausch mit einer Personalagentur. An unseren beiden Standorten finden außerdem regelmäßig Bewerbertage statt. Aber wir gehen auch außergewöhnliche Wege: 2016 haben wir zum ersten Mal eine Radio-Kampagne für die Suche nach qualifiziertem Personal im Bereich Pflege und insbesondere auch für unsere Hebammen gestartet, die über mehrere Monate lief und für die wir viel positives Feedback erhalten haben.

Auch strukturell haben wir Maßnahmen ergriffen: Unsere Klinikleitung ist bestrebt, durch ständige Überarbeitung des Personaleinsatzes und bedarfsorientierter Aufstockung der Personalzahlen mögliche Engpässe zu vermeiden.

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